deutsch      français      english      esperanto     


die übersicht

die reise

die berichte

die fotos

der mann

die gedanken

das geld

das gästebuch

die adressen

die links

 

 

 

Das dacht ich mir

 

seite  1   2   3   4   5   6   7 

 Wuermer und andere Parasiten   

Bharatpur / 25-01-2007 

Als Ueberland-Reisender nach Indien oder eben noch weiter ist man ja gewissen Risiken im Bezug auf die Mikrofauna ausgesetzt. Damit habe ich mittlerweile genug Erfahrung gemacht, darum geht es also diesmal nicht.
Andererseits ist man ja aber auch ein gewisses Risiko fuer die lokale Bevoelkerung. Man schleppt ja so einiges mit an Biodiversitaet wenn man ueber eine Grenze oder aus einem anderen Dorf kommt.

Der moderne Reisende, der geht aber nicht nur von Teehaus zu Teehaus und tauscht ueber die mit kaltem Wasser fluechtig gespuelten Teeglaeser seine Wuermer und Viren mit den Ansaessigen aus, nein, er reist auch von Internetcafe zu Internetcafe und tut genau dasselbe. Er tauscht ueber USB-Speicher und Digitalkamera ebenfalls seine Viren und Wuermer aus.

Spaetestens in Lahore war mir aufgefallen, dass ich so ein Wurm auf meine USB-Speicher habe. Der produzierte in jedem Ordner eine Datei mit demselben Namen wie der Ordner, tarnte sie als Ordner, war aber eine Programmdatei. In Jaipur stellte ich dann fest, dass sich dieser Wurm auch auf meiner Digitalkamera festgefressen hat. Aber dort fand ich einen Computer, der diesen Wurm identifizieren (biologisch: brontok.e.1) konnte, und auch entsprechendes Antibiotika zur Verfuegung hatte. Dabei stellte sich eben heraus, dass neben diesem Wurm auch noch ein Virus mein Speichermedium befallen hatte. Tja, und zwischen Lahore und Jaipur hat wohl nun jeder Computer, an dem ich vorbeigekommen bin, ebenfalls diese Wuermer und Viren.

Ich koennte nun noch einen Kommentar zum Thema Monokultur sagen. Auch davon gibt es in Indien viel, und es sieht wunderschoen aus, diese gelb bluehenden Rapsfelder ueberall. Zumindest sehen sie von weitem wie Rapsfelder aus, aus der Naehe ist leider der Botaniker an mir vorbeigegangen. Das Problem der Monokulturen ist eben deren Anfaelligkeit auf Wuermer und aehnliche Parasiten.

Dass alle Computer, an denen ich vorbeigeradelt bin, praktisch Ausnahmslos Windows als Betriebssystem haben, ist eben auch so eine Monokultur. Meistens eben auch noch eine geklaute, ungeimpfte Version. So verbreiten sich diese Viecher eben schnell. Nur gerade zwei goldene Ausnahmen gab es. Privat in Kroatien konnte ich einen Mac verwenden, und in Iran wurde mir ein einem Internetcafe einmal ein Linuxcomputer zugewiesen. Hat beides ebenfalls tiptop funktioniert, ausser fuer die Viren und Wuermer, die sind eben auf Windows programmiert. Darum fuehle ich mich absolut unschuldig, wenn ich nun halb Punjab und Rajasthan mit dem Virus aus Lahore infiziert habe....

 Johnny is back!   

Lahore / 21-01-2007 

Johnny is back! Sorry I haven't mentionned that earlier, but we were both soooo excited about seeing us again, and Johnny had soooo much to tell, that I just didn't get around.

So what happened? It is as simple as always: Johnny fell in love....
So he sneaked off, out of my pocket, and rushed to the sweet Shirin. They spent a few wonderful days together in Esfahan, before they decided to leave and travel ahead of me by themselves.

In Zahedan, they met Ali, a little donkey from Pakistan. They became good friends, and Ali helped them to get across the border to Pakistan. Johnny and Shirin thought to be able to meet me in Quetta, where I was supposed to arrive by train. Because the train from Zahedan to Quetta only runs twice a month, he knew exactly when I was due to arrive. I had checked the timetable with Johnny in Esfahan.

After spending some time at Ali's house in Dalbandin, Johnny and Shirin went to Quetta, to wait for me. But things didn't go well there. First, the train had a 24-hour delay. And when it finally arrived, they didn't find me on it (because I wasn't).

So they walked back the road towards Dalbandin, where I would inevitable pass if coming by bicycle. But in the mountains out of Quetta, they got into the hands of a kid, who locked them into his house.

A Swiss secret agent found out where Johnny and Shirin were kept and could release them out of the kid's hands in exchange with a certain amount of ballpoint pens before bringing them both safely to Switzerland. From there Johnny and Shirin travelled together with Rebekka to Lahore to meet me. But Shirin then decided to stay with Rebekka, while Johnny continues his trip to Australia with me...

See the new fotos in the gallery...

 we need trees   

Amritsar / 12-01-2007 

It is true, cyclists always meet somehow.

For example at the border between Pakistan and India, where I met Mohamad from Iran who is cycling around the world. But he is not only cycling, he also aims to plant a tree in every major city he travels through, and thereby increase the awareness of the people about the necesity environmental issues our planet is facing, and in particular about the necessity of healthy trees for human beings.

I think it's a wonderful project, therefore I decided to stay with Mohamad in Amritsar to accompany him, planting a tree. Dr Bilga, from the city authorities, responsible for the green areas in the city, accompanied us through Ram Bagh, and had us each plant a tree, first a Jatropa Circus, also known as Biodiesel plant, because its seeds can be used to produce biodiesel, and a Ficus religiosa, which is the holiest tree of India, and is said to produce oxygen not only in the daytime, but also at nighttime.

for more information on the Mohamad's project see: www.weneedtrees.com

Thank you!

 Iran   

Lahore / 07-01-2007 

Eigentlich wollte ich noch etwas zum Iran schreiben, bevor ich Pakistan verlasse. Aber es ist schwierig zu diesem Thema geeignete Worte zu finden. Das Land Iran welches wir zwischen der Türkei und Pakistan finden, ist so ziemlich genau das Gegenteil von jenem Land Iran, welche wir in der westlichen Presse finden.

Von der Gastfreundschaft habe ich oft berichtet, da muss ich wenig mehr hinzufügen. Und obwohl ich dem Grenzbeamten bei meiner Einreise nicht glauben wollte, als er behauptete, Iran sei nach der Schweiz das sicherste Land der Welt, muss ich rückblickend sagen, dass er so unrecht wohl gar nicht hatte. In Iran fühlte ich mich sicherer als in den meisten europäischen Ländern, die ich durchreist hatte. Das grösste Risiko beim wilden Zelten war, dass mir jeweils mehr Tomaten und Früchte von irgendwelchen Einheimischen angeboten wurden, als ich essen konnte.

Die Leute in Iran sind also kein Problem. Sie sind gastfreundlich und gebildet.

Die Religion ist eigentlich auch kein Problem, ich konnte immer sagen, dass ich Christ bin, auch in den Moscheen. Die meisten Iranis sind ohnehin nicht mehr Muslim, als Europäer Christen sind. Einen spürbaren religiösen Fundamentalismus, ein betretenes Schweigen auf mein Bekenntnis zum Christentum, gab es erst in Pakistan.
Die Religion im Iran ist nur insofern ein Problem, als sie Gesetz ist. Und gerade deshalb, wenden sich viele Iranis mehr und mehr davon ab und nutzen jeden Spielraum, die traditionellen Muster zu durchbrechen. Iranische Frauen sieht man beim Joggen, beim Bergsteigen, beim Kanufahren. Ueberhaupt sieht man im Iran nicht wenig Frauen auf den Strassen, wenn auch alle ein Kopftuch tragen müssen.

Und dann kommt eben die Politik. Iran hat ein kleines und ein grosses Problem. Das kleine ist die islamische "Diktatur", das grosse ist, dass Iran seit 1979 (islamische Revolution) von den USA boykottiert wird. Wirtschaftliche Sanktionen, wie sie mit der letzten UNO-Resolution vom 23. Dezember 2006 angedroht wurden, sind nichts Neues. Solche bestehen schon lange. Kreditkarten funktionieren nicht, aber nicht weil Iran das so will, sondern weil sich die Kreditkartenfirmen weigern, Zahlungen aus dem Iran zu akzeptieren. So konnte auch ich keinen Skype-Kredit zum telefonieren über Internet mit meiner Schweizer Kreditkarte kaufen, weil ich dies von einem iranischen Computer aus versuchte (zweimal). Rebekka konnte dies für mich erledigen, mit derselben Kreditkarte, aber von einem Schweizer Computer aus. Danke!
Oder um Ersatzteile für sechs Airbusse zu bekommen, musste Iran sämtliche diplomatische Fäden ziehen, bis die Teile in einem Drittland schliesslich ausgewechselt werden konnten.

Es ist verwunderlich, dass der Westen, insbesondere die USA, mit Sanktionen drohen, wenn Iran die Urananreicherung für die Energiegewinnung nicht stoppt. Soll sich Iran, der von den USA (und auch einigen schweizer Firmen, wie z.B. UBS, Credit Suisse und Sunrise) bereits wirtschaftlich boykottiert wird, denn für seine Energieproduktion von Ländern abhängig machen, welche "ja" und "amen" zu allen Forderungen aus den USA sagen? Man kann sich ja ausrechnen, wieviele Brennstäbe Iran für sein Atomkraftwerk dabei geliefert bekommen würde. Wohl nicht einen einzigen. Irgendeinen Grund würde die USA bestimmt finden, um die Lieferung zu stoppen, auch wenn sie vertraglich geregelt wäre. Um die Urananreicherung in Iran zu stoppen, müssten wohl zuerst einmal sämtliche Wirtschaftssanktionen gegen den Iran aufgehoben werden, damit Iran das nötige Vertrauen in den Westen als technologischen Partner haben kann.

Die Iraner sind ein entwickeltes, friedliebendes und stolzes Volk. Insbesondere sind sie stolz auf ihre Souveränität, wie jedes europäische Land auch. Aber die USA führen seit 1979 einen wirtschaftlichen Krieg gegen Iran und unterstützten Saddam Hussein in den 80er Jahren in seinem militärischen Krieg gegen Iran. Ein Irani fragte mich einmal, warum die USA diesen Krieg gegen sein Land führen. Ich wusste keine Antwort.

 traffic rules for busdrivers   

Lahore / 22-12-2006 

As I mentioned before, I spent a few days in Madyan, in the Swat Valley. There is no train, but plenty of (mini)buses going there from Rawalpindi or Peshawar, taking about 9 or 7 hours on winding roads with quite some traffic. I didn't exactly enjoy these trips, as I had to keep comforting myself with the statistical evidence, that most (mini)buses do eventually reach their destination without any major crash.
In Pakistan (mini)busdrivers seem to have their own traffic rules. They are roughly as follows:

1.) Be faster than everybody else.

2.) The more people you carry, the faster you should drive.

3.) Never depart before your bus is nominally full. Never
mind if this implies a delay of several hours.

4.) Your bus is never really full, there is always enough room for more passengers. Either inside, on the roof, standing on the bumpers and holding on to the roofrack, or anywhere else. (And remember rule no. 2).

5.) If you pick up or drop off somebody, you preferably do so by slowing down and/or stopping briskly right in front of a cyclist or another departing bus.

6.) You always have priority.
(In case of doubt, you may communicate this to other road users by constantly blowing your horn.)

7.) God be with you.
(To remind Him of this, you may stop anytime around prayer time near a mosque, to have your passengers praying for up to half an hour.)

8.) Other rules don't apply.

It's a boys club.

 Boys Club   

Peshawar / 21-12-2006 

An American, staying at the same Backpacker's in Lahore (actually, there is only one backpacker's...) once used the expression "Boys Club", to describe Pakistan society.

This is particularly true for places in the provinces neighbouring Afghanistan, Baluchistan and the North West Frontier Province (NWFP), not only as far as the predominant gender in the streets is concerned, but also the average behavioural level of these males repeatedly spitting around.

An Australian couple, who have travelled through many countries in the middle east by motorbike consider Pakistan as the most conservative muslim country and estimated, that there is probably only one woman in a hundred men out in the streets.

Well, when I had a cup of tea in Mingora, a town in the beautiful Swat Valley in the NWFP, I thought I might test this by counting the men and women walking past the teashop. I counted a hundred men and no women, when I gave up, to watch more men walking past, and still no women, till my cup of tea was empty.

After spending three wonderful days in the mountains around Madyan, a little further up in the valley, where women would turn there faces away from oncoming men, I went down to Peshawar, a picturesque city close to the Afghan border.
I didn't do any further counting, but the density of women there is probably not much different to Mingora. And if you do see a woman, she is most likely to be dressed in a traditional burka. This is an overall dress, that leaves nothing but a grid in front of the eyes for the woman to be able to see, where she goes. But when I was walking around the bazaar, and approaching the women's cloth section, the part of women may have actually increased to about 10 percent or even more. The good news now is, that with such a high female presence, most women actually lift their burkas to reveal their faces, which makes communication and shopping easier. And the burka merely looks like a burka anymore, but rather like a piece of heavy cloth thrown over head and shoulder. However, with increasing distance to the bazar, or the later it gets in the afternoon, women get scarcer and the burkas fall down over the faces again.

It's a boys club...

 Planstädte und Wegwerfkultur oder die andere Expo   

Islamabad / 08-12-2006 

05-12-2006

"Il est bon de savoir que l’utopie n’est jamais rien d’autre que la réalité de demain et que la réalité d’aujourd’hui était l’utopie d’hier."

so sprach le Corbusier und baute eine neue Stadt in Indien, namens Chandigarh, welche heute eher triste Realität sein soll. Aber da gehe ich gar nicht hin.

Dafür bin ich in Islamabad, ungefaehr im Quartier, G-6, also unweit von G-5, der sogenannten diplomatischen Enklave, wo sich die meisten Botschaften befinden.
In Islamabad bin ich für gerade mal drei Franken nach einer vierstündigen Bahnreise von Lahore durch ein kaltes, verregnetes Pakistan nach Rawalpindi, und einer halben Stunde Fahrt in einem vollgestopften Minibus angekommen und warte nun auf ein paar aktuelle Passfotos, welche die Inder und dann wahrscheinlich auch noch die Thais von mir haben wollen, bevor ich ein Visum erhalte.

Islamabad ist, wie Chandigarh, eine geplante Stadt und wurde gebaut, weil Pakistan nach der Trennung von Indien eine neue Hauptstadt brauchte (Delhi liegt ja bekanntlich in Indien), während Chandigarh gebaut wurde, weil der indische Punjab nach der Trennung vom pakistanischen Punjab ebenfalls eine neue Hauptstadt brauchte (Lahore liegt ja bekanntlich in Pakistan). Und obwohl die Briten (God save the Queen) in beiden Ländern ein relativ gutes Bahnnetz hinterlassen hatten, dachten im Zeitalter des Glaubens an die unbeschränkten Möglichkeiten des Automobils die Architekten und Stadtplaner, dass solche Städte in Zukunft keine Bahnhöfe mehr brauchen. Oder zumindest Le Corbusier:

"L’automobile a tué la grande ville; l’automobile doit sauver la grande ville."

Islamabad, immerhin die Hauptstadt von Pakistan, hat also keinen Bahnhof, und abgesehen von Taxis und übervollen Minibussen, welche die gut 15 km vom Bahnhof in Rawalpindi nach Islamabad überbrücken, auch keine ÖV-Anbindungen, die diesen Namen verdienen.

Heute sind die Architekten klüger. Wenn sie etwas bauen müssen, dann denken sie manchmal auch an die ÖV-Anbindung, vor allem, wenn ein hoher Besucherstrom erwartet wird, siehe Expo.02. Aber eben, wir leben ja nicht mehr in einem Zeitalter wo der Auto- und Ölindustrie eine sonderlich rosige Zukunft angedacht wird, sondern im Zeitalter des schnellen Essens und des schnellen Wegwerfens.

In Pakistan, so könnte man meinen, ist das schnelle Wegwerfen nichts Neues. Nur gab es, bevor das Land von westlichen, fein säuberlich in Plastik verpackten Produkten, und deren Imitate, überschwemmt wurde, wohl nicht allzuviel wegzuwerfen, ausser mal eine Bananenschale oder ähnliches. Und diese Dinge zersetzten sich meistens von selbst, wenn sie vorher nicht von einem Esel, einem Vogel oder einer Ratte weggefressen wurden. Aber wer von diesem Getier mag schon Plastiktüten oder Aludosen, die sich ausserdem nur sehr langsam zersetzen? Die Landschaft und die Städte Pakistans sehen also entsprechend aus, wenn man sich nicht gerade in der Wüste von Balutschistan bewegt.

Der Begriff Wegwerfgesellschaft bezieht sich allerdings meistens auf die westliche Kultur, wo das Wegwerfen mittlerweile ein Ausmass erreicht hat, dass die Abfallentsorgung eben organisiert werden muss, und es wird auch nicht nur leeres Verpackungsmaterial weggeworfen. Nach einem halben Jahr muss bereits wieder ein neues Handy her, alle zwei Jahre ein neuer Computer und spätestens nach fünf Jahren ist das neue Auto auch schon wieder alt und muss ausgetauscht werden.

Ja, sogar die ganze Expo.02 war ein Wegwerfprodukt. Weggeworfen, entsorgt (im besten Fall auseinandergenommen und irgendwo wiederverwendet oder rezikliert) und vor allem vergessen. Bitte nicht mehr darüber reden, schon gar nicht über die zwei Milliarden Franken, die da weggeworfen wurden, ohne damit etwas Bleibendes zu schaffen. Oder steht noch irgendwo einer der schönen Pavillons? Aber das ist ja nun wirklich alter Käse, vergessen wir's...

Oder vielleicht doch nicht ganz, in ca. 21 Jahren ist nämlich bereits die nächste Expo fällig, jawohl. Da darf man sich doch ein paar Gedanken machen, denn ich möchte diese Expo haben. Sie wäre nämlich eine ideale Plattform für gesellschaftliche und technische Innovationen...

Statt unsinnige Schnellboote, wie wir sie aus dem Urlaub auf irgendwelchen Strandinseln ohnehin schon lange kennen - mit dem Unterschied, dass sie dort eben wirklich schnell sind, im Gegensatz zu Binnenseen, wo sie ansonsten nur die Uferlandschaft zerstören - hätte man ja auch Zeppeline zwischen den Arteplages einsetzen können, und damit der wiedererwachenden Industrie in Friedrichshafen einen Schub geben können (-> links + rechts: nachhaltige Luftfahrt). Wenn nämlich das Kerosin zu teuer wird, sind sie wohl die einzige Alternative um in drei Tagen nach Amerika zu kommen. Und wenn es für Zeppeline auch nur das halbe Auftragsvolumen wie heute für Grossraumflugzeuge gibt, dann kann man sie irgendwann auch mit Solarenergie statt mit Gas antreiben. Energie für den Auftrieb brauchen sie nämlich nicht, und Fläche haben sie mehr als genug.

Aber eigentlich war ja das ganze Expo-Konzept mit vier Arteplages verkehrt, um etwas Bleibendes zu schaffen. Dass dezentrale Städte nicht funktionieren und viel Energie verbrauchen, ist spätestens seit Chandigarh und Islamabad nichts Neues mehr.

Da hätte man besser anlässlich einer Expo versucht, eine neue, bleibende, autofreie und energieeffiziente Stadt zu bauen, wie viele Leute - zumindest ich - davon träumen. Irgendwo, an einer neuen oder bestehenden Schnellzuglinie, am besten auch noch an einem See. Statt Pavillons mit fragwürdiger Statik, die nach einem halben Jahr weggeworfen werden müssen, könnte man dauerhafte Immobilien schaffen, bei denen eine spätere urbane Nutzung (Schulen, Läden, Büros, Verwaltungsgebäude, Sporthallen und -plätze, Wohnungen, etc.) im Vordergrund steht, zuerst aber während einem halben Jahr eine Expo darin stattfinden können muss. Manche Dienstleistungsgebäude wie Post, Bankfilialen, Hotels, Restaurants und Wohnungen (für Expo-Personal) könnten ihre Funktion ja auch bereits während der Expo wahrnehmen, statt dass in irgendwelchen Provisorien dasselbe gebaut und wieder abgebaut wird.
So hätten wir nicht nur eine Expo, von der auch längerfristig etwas erhalten bleibt (vielleicht sogar der eine oder andere "Pavillon" in Form eines Museums), sondern wir hätten gleichzeitig eine Modelstadt, die von Anfang an belebt wird. Denn die Expo.02 war belebt, daran hat es nicht gescheitert. Und wenn die Architektur stimmt (das heisst, wenn kein teurer Stararchitekt dreinredet), die Distanzen zu den Dienstleistungen, die Anbindung an den ÖV, und ähnliches, dann ist es eine Art Stadt, die funktioniert und in der mancher Mitarbeiter oder Gast auch gerne wohnen bleibt, auch wenn die Stadt strikt autofrei gehalten wird. Wetten?

Aber eben, bis sich so etwas realisiert, das kann noch eine Weile dauern, doch auch das wusste Le Corbusier schon:

"Il faut au moins vingt années pour qu’une idée soit connue, trente pour qu’elle soit appréciée et cinquante pour qu’elle soit appliquée, lorsqu’elle devrait alors évoluer."

 more velo rouge   

Quetta / 09-11-2006 

Well, I guess in the meantime even non-french-speakers would have found out, that the meaning of "le velo rouge" is closely related to the vehicle that is carrying me to Carnamah.

Why my bicycle is red, and why I am using french, there is no better explanation to it, but that I do like the color red, and that I do like the french language. And both in combination with a bicycle make a nice logo with a bicycle in it (see above).

But I also like coffee very much. Now, the good news is, that le velo rouge and coffee apparently go together very well, too.

How? Just have a look at Velo Rouge Cafe in San Francisco. And if you happen to be in that area, check it out and tell me about it.

By the way, my thanks for this piece of information go to Johann Bourquenez, who completes the Velo-Rouge-Community.

 news from Johnny   

Zahedan / 31-10-2006 

Well, to all those who still wonder what exactly happened to Johnny, I don't know. But I have some good news about him.

After we lost each other out of sight in Esfahan, I started searching for Johnny everywhere. I went around the restaurants, checked the parks and the monuments I had been to with Johnny, and I even promised a reward of $20 for finding Johnny at the hostel. But I had no luck.

However, just before leaving Esfahan, I happened to come across an agent of the Swiss secret services (SND), who seem to be quite active in Iran. When I told him about the mysterious disappearance of Johnny, he promised me to see what he can do.

The latest information I just received here in Zahedan, is, that Johnny had been seen crossing the border to Pakistan heading out for Quetta, a few days ago. So there is a chance, that we find us again in Quetta or on the way to there. Apparently, Johnny was not alone, but accompanied by someone...

I will keep you informed.

 energieeffizientes Bauen   

Bam / 28-10-2006 

Man erinnere sich, am 26. Dezember 2003, also vor knapp 3 Jahren wurde Bam durch ein schweres Erdbeben erschuettert. Offiziell verloren etwa 30000 - 40000 Menschen ihr Leben unter den Truemmern.

Auch drei Jahre danach ist Bam keine Stadt, obwohl sie wie so etwas funktioniert. Es ist eine grossflaechige Baustelle. Tausende von Palmen (die besten Datteln kommen auch heute noch aus Bam) und ein Strassennetz sind das einzige was zwischen den Truemmern stehengeblieben sind. Die Mehrzahl der Geschaefte und wohl auch viele Wohnungen sind in Containern untergebracht, wie man sie im Hafen von Basel ordentlich aufeinandergestapelt findet.

Akbar's Tourist Guesthouse funktioniert allerdings schon lange wieder. Es ist ebenfalls eine improvisierte Baracke, mit Wellblechdach einer Kochnische und einer gemuetlichen Veranda. Stolz zeigt mir Akbar die Stahltraegerkonstruktion, die sich daneben erhebt. Dies wird sein zukuenftiges Hotel sein. Arbeiter haben damit begonnen, um die Stahltraeger so etwas wie ein zweites Fundament aus Backsteinen zu errichten. Wann es fertig sein wird, weiss Akbar nicht, er baut, wenn er Geld hat, aber das teuerste sei diese erdbebensichere Stahlkonstruktion gewesen, jetzt werde es dann schneller gehen.

Auf dem Weg zur ehemaligen Zitadelle gestern und zum Internetcafe heute wirft ein Arbeiter bei einem Haus, beziehungsweise einer solchen Stahltraegerkonstruktion, wo sie bereits den zweiten Stock am mauern sind, jeweils zwei Backsteine auf einmal seinem Kollegen vier Meter ueber ihm zu. Einen Kran habe ich in ganz Bam nicht gesehen. Bauen ist hier mit viel Handarbeit verbunden.
Nachdem ich mich zuerst wunderte, dass sie sich nicht wenigstens einen Korb leisten, in dem sie die Steine ueber eine Rolle hochziehen, ueberlegte ich, dass diese Art wohl die energieeffizienteste ist, Steine vier Meter hoeher zu befoerdern. Jede Art von Leergewicht entfaellt, und indem man sie wirft statt traegt, entfaellt auch das eigene Koerpergewicht, ist also nur eine Frage der Leistungsspitze...

Der historische Teil von Bam und die Zitadelle ist nach wie vor ein Truemmerfeld. Offiziell und von der UNESCO ist der Wille da, den historischen Kern und die Zitadelle wieder einigermassen aufzubauen, wie es war. Doch wenn man davorsteht und sich in Gedanken ausmalt, wie es vor nur drei Jahren noch ausgesehen haben koennte, macht sich vor allem Trauer und Ratlosigkeit breit. Wo beginnen? Wie etwas wieder herstellen, das ueber hunderte von Jahren gewachsen war, gelebt hatte, und in einer Nacht, waehrend ein paar Minuten zerstoert wurde und nun wie tot daliegt?

Der Wiederaufbau von Bam (auch abgesehen vom historischen Teils) ist ein langsamer Prozess, vielleicht nicht nur weil es hier ueberall an Mitteln fehlt, sondern fuer die Ueberlebenden auch, um den Verlust von unzaehligen Angehoerigen und Freunden irgendwie verarbeiten zu koennen.

nach oben