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 Fernfahrer   

Erzurum / 28-08-2006 

Fernfahrer, ob mit dem Fahrrad oder mit dem LKW unterwegs, haben eines gemeinsam. Sie sind den ganzen Tag auf der Strasse unterwegs, und dies Tag für Tag. So ist es nicht verwunderlich, dass ich immer wieder von Lastwagenfahrer freundlich gegrüsst werde, mit einem Winken, einem Hupen (in allen Tonlagen und Melodien), mit einem Lãcheln oder einem Nicken. Da ich selbst einmal solche Dinger gefahren bin, jedoch nie lange genug, um genug zu bekommen, bin ich den LKW-Fahrern gegenüber entsprechend gut gesinnt, auch wenn die Abgasen und der Staub, den sie zuweilen aufwirbeln, wahrlich kein Vergnügen sind.

Aber eben, man teilt sich die Strasse, und damit auch eine gewisse Sensibilitãt für den Verlauf und das Leben auf der Strasse. Wenn es bergaufgeht, ich mit Schritttempo, die vollbeladenen LKWs knapp doppelt so schnell, dann kann man mit dem andern mitfühlen. Wenn es bergab geht rolle ich, je nach Strassenverhãltnissen, dann wiederum fast mit doppelter Geschwindigkeit an denselben LKWs vorbei, die um ihre Bremssysteme fürchten. Und irgendwo unterwegs in der Raststãtte tauscht man dann ein paar Worte aus.

Eine besonders freundliche Begegnung mit einem Fernfahrer hatte ich auf 2160m, dem letzten Pass vor Erzincan. Als ich mich in dem kleinen Strassencafé auf der Passhöhe ausruhte, kam plötzlich ein Mann mit krausem Haar und einer runden Brille hinter seinem Lastwagen hervor, im Blaumann mit zwei öligen Schrauben in der Hand, und fragte mich von welcher Firma ich sei. Ich zeigte auf mein Fahrrad und sagte, dies sei meine Firma. Er hatte Freude, und wollte wissen woher und wohin. Aus der Schweiz, und weiter nach Iran, Pakistan, Australien. Er komme aus Iran, meinte er, was ich aufgrund seines LKWs schon vermutet hatte. Hingegen erwartete ich nicht, dass er offenbar unterwegs ist nach Deutschland. In der Schweiz kannte er Zürich und Konstanz, genau dazwischen komme ich her, erklãrte ich. Er gab mir seine Adresse in Zanjan, und lud mich ein, bei ihm, bzw. seinem Sohn Gast zu sein, und bedauerte, dass er dann möglicherweise noch nicht zurück sein wird, da er etwa 20 Tage unterwegs sein wird.

Heute hat er mich angerufen, und wollte wissen, wo ich bin, und mich nochmals eingeladen. Er sei beim Zoll in Istanbul (was mich zuerst verwunderte, da Istanbul nicht an der Grenze liegt) und fahre mit dem Schiff nach Italien (aha). Es gibt also auch Fãhrverbindungen von Italien nach Istanbul, zumindest wenn man einen LKW dabei hat. Und: wenn ihr in den nãchsten Wochen einen iranischen LKW über den Gotthard stolpern seht, dann sagt doch dem lieben Fahrer einen Gruss von mir...:)...

 GPS-device   

Erzurum / 28-08-2006 

I have a little yellow device with me, which is not really important, but it's nice to have, because it gives me all sorts of interesting information. It's a GPS-device (GPS = Global Positioning System). For example, in case I forget where I am - admittedly a terrible scenario - I turn it on, and it tells me, where I am. Now, for example, I am 39°54,543'N and 41°16,441'E, i.e. in the middle of Erzurum.
But much more interesting than this, is the fact, that this GPS-device can also tell the distance between any two points on this planet. For example it tells me, that I have already moved 2'817 km away from Basel, whereas I am still some 10'946 km away from Carnamah. Now, if you add this together you get 13'763 km from Basel to Carnamah, which is, surprisingly enough, also the distance my device calculates between Basel and Carnamah. In other words, Erzurum is situated pretty much on the straight line between Basel and Carnamah. My GPS-device confirms this, too, I am just some 30km off the track, that's reassuring....

And by the way, at the point where I am, I have passed a little more than half the distance between Istanbul and Tehran, from which only 1015 km separate me. A good reason to have a couple of days rest here. And: Tehran will be just another 9934 km from Carnamah, according to my GPS-device.

In every day life, especially here in Turkey, the most usefull information this little device gives me, however, is the information about the altitude. Believe it or not, I am currently not less than 1900 m (6234 ft) above sealevel. So whenever I have a mountain crossing ahead of me, the map often indicates the altitude of the crossing, but fails to give any more detailed information around that crossing. And I can tell you, it makes a great difference, whether you start at 600m (2000ft) or at 1500m (5000 ft) when you have to climb a road up to 2100m (7000ft) altitude by bicycle. For every 500m (1666 ft) gain in altitude I have to calculate an additional hour of riding, which can not be compensated on the way down.

And now you certainly have wondered already, about this little red bike moving slowly to the right on the bottom of this page. It indicates the remaining distance to Carnamah from my current position. Every dot ahead of it represents 200 km of birdflight's distance. However, it does not indicate the distance to Basel, as I won't be able to move on this imaginary straight line all the time, and because there were already four dots missing at the start...

 Fussball   

Sivas / 23-08-2006 

Wenn man sich in der Türkei als Schweizer outet, und nicht gleich wieder davonrennt, sondern dem Gespraech eine kitzekleine Chance gibt, sich zu entwickeln, so wird, meist früher als spaeter, unweigerlich das Thema Fussball angesprochen. Zu gut ist den Türken noch die Niederlage gegen die Schweiz für die WM-Qualifikation in Erinnerung (die Türkei war offenbar WM-Dritter vor 4 Jahren), und vor allem müssen sie, wegen den unnötigen Aggressionen gegen die Schweizer Fussballer nun 6 Heimspiele im Ausland spielen, eine Strafe, wofür sie zumeist auch die Schweizer verantwortlich machen. Aber die Freude, die Schweiz mit Fussball assoziieren zu können ist durchwegs grösser als der Aerger gegen die Schweiz. In Duraðan, wurde ich dann nicht nur von einem jungen Türken eingeladen, bei ihm in der WG zu übernachten, sondern zuvor auch noch zum Fussballspielen. Ein Angebot, das ich - als Abwechslung zum Velofahren - natürlich gerne annahm, wodurch ich aber nicht weniger müde wurde...

Immerhin, auch Murat und Hakan Yakin sind hier offenbar ein Begriff, womit es auch nicht mehr schwer ist, zu erklaeren, wo ich herkomme. Und da die Schweiz Gastgeber der Europameisterschaft 2008 ist, gibt es noch ein Fussballthema mehr...

 Benzinverbrauch   

Belgrad / 15-07-2006 

Mein Benzinverbrauch auf die ersten 1000 km hat sich übrigens auf rund 0,5 Liter belaufen. Das ist erstaunlich viel für ein Fahrrad, ich geb's zu. Hochgerechnet auf 20000 km ergibt dies immerhin 10 Liter, die ich verbraten, bzw. verkochen würde. Wobei ich allerdings vermute, dass ich in Zukunft meinen Kochenergieverbrauch vermehrt auch auf andere abwälzen kann, und sich somit meinen Benzinverbrauch noch erheblich reduzieren wird.
Denn in Kroatien wurde ich verdankenswerterweise zweimal von Esperantisten verköstigt, hier im Hostel von Belgrad habe ich einen Elektroherd zur Verfügung, und seit ich die Euro-zone verlassen habe, gönne ich mir ab und zu auch ein Essen in einem Restaurant, obwohl dies den erheblichen Nachteil hat, dass nach dem Essen meist wenig Geld und viel Hunger übrig bleibt.

Die Benzinversorgung ist übrigens ein ganz anderes Problem. Bei den Tankstellen ist, entgegen aller Vermutung nämlich nichts zu holen. So richtiges Benzin habe die dort nicht, nur ein müdes Lächeln, wenn einer mit dem Fahrrad kommt und nach Benzin fragt. So werde ich mich, wie zu automobilen Pionierzeiten, an die Apotheken und Farbenhändler halten müssen....

 Wasser   

Bozen (IT) / 02-07-2006 

Es ist schön, in den Bergen radzufahren oder zu wandern, und zu rasten. An einem Bergbach zu sitzen und ihm zuzuhören und zuzuschauen wie er lebt. Frisches Wasser, gekühlt und trinkbar, das einfach so über die Steine plätschert, tagein, tagaus, mal ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger, aber immerfort und unendlich. Ist das nicht wunderbar? Für uns in der Schweiz ist dies selbstverständlich. Dabei ist es alles andere als selbstverständlich. Es gibt so viele Gegenden auf dieser Welt, wo es kaum Wasser gibt, geschweige denn fliessendes Trinkwasser. In Australien gibt es das Wort Billabong, das ist eine Wasserpfütze in einem trockenen Flussbett. Ich sitze am Bergbach, und wundere mich. Doch worüber soll ich mich nun wundern. Dass es ein Wort gibt für stehendes, unappetittliches Wasser in einem ausgetrockneten Bachbett, oder über das endlos fliessende Trinkwasser in unseren Bergen, für das wir eigentlich gar kein richtiges Wort haben? Unser Wasser ist ein Wunder der Natur, ein Geschenk, ein unendlicher Reichtum, aber auf keinen Fall etwas selbstverständliches. Spätestens wenn ich literweise Wasser mit mir mitschleppen muss, werde ich mir dessen wieder bewusst werden.

 Ziehende Landschaft   

Basel / 16-06-2006 



Man muss weggehen können
und doch sein wie ein Baum:
als bliebe die Wurzel im Boden,
als zöge die Landschaft und wir ständen fest.
Man muss den Atem anhalten,
bis der Wind nachlässt
und die fremde Luft um uns herum zu kreisen beginnt,
bis das Spiel von Licht und Schatten,
von Grün und Blau,
die alten Muster zeigt
und wir zuhause sind,
wo es auch sei,
und niedersitzen können und uns anlehnen,
als sei es an das Grab
unserer Mutter.

Hilde Domin

 Towards Carnamah   

Basel / 21-03-2006 

turning a page
fullfilling a dream
leaving the cage
of daily routine

taking my load
on two wheels - hoorah!
I'm on the road
towards Carnamah

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